Leseprobe "Blutläufer 1: Grausame Ernte"

Stefan Burban • 5. Mai 2024

Hier ein paar Zeilen aus dem Roman "Blutläufer 1: Grausame Ernte":


Gareth mühte sich damit ab, Cha’acko über das Feld zu schleifen, während ringsherum Granaten einschlugen. Michael wirbelte herum. Sein schwerer Pulswerfer spuckte Feuer und Tod gegen die anrückenden Sekaritruppen.

 

Die feindlichen Krieger hatten ihr Versteck kurz vor Morgengrauen gefunden und sie gezwungen, in aller Eile zu fliehen. Doch die Sekari waren hartnäckig und nicht bereit, ihre Beute erneut entkommen zu lassen.

 

Eine Granate schlug so dicht hinter Gareth ein, dass dieser ins Strau-cheln geriet und sich nur mühsam aufrecht halten konnte.

 

»Sie haben sich langsam eingeschossen«, meinte Cha’acko zwischen zwei hektischen, mühsamen Atemzügen. Gareth nickte. Er war zu sehr mit Überleben beschäftigt, um der offensichtlichen Schlussfolgerung des Honuh-ton-Agenten auch nur einen beiläufigen Kommentar zu widmen. Allerdings war auch ihm aufgefallen, dass die Salven des Gegners beständig präziser wurden.

Ein Umstand, der maßgeblich zu seiner Verärgerung beitrug – und der Überzeugung, dass ihr Tod nur noch eine reine Formalität darstellte.

 

Michael feuerte rückwärts gehend. Sein Pulsgewehr hustete in einem fort. Der Schwere Templer hielt nur inne, um kurz nachzuladen, bevor er mit seinem Tötungshandwerk fortfuhr.

 

Ein Projektil traf ihn in der linken Schulter und durchschlug glatt die Rüstung sowie das darunterliegende Schultergelenk. Wo andere vor Schmerz geschrien hätten, da bewirkte die Verletzung lediglich eine Reihe wüster Flüche, bevor Michael seinen Pulswerfer erneut ausrichtete 

und den feindlichen Schützen ins Jenseits pustete. Gareth verzog leicht amüsiert die Miene. Es hatte durchaus seine Vorteile, einen Psychopathen auf seiner Seite zu wissen.

 

Ein heftiger Stoß traf ihn im Rücken. Im ersten Augenblick glaubte er, die Sekari hätten ihn endlich erwischt. Er überschlug sich gemeinsam mit Cha’acko und landete in einem flachen Graben. Erst jetzt erkannte er Michaels bulligen Körper über sich. Der Schwere Templer rappelte sich mühsam auf. Als sich der Mann erneut dem Gegner zuwandte, bemerkte er drei Projektile, die in Michaels Rücken steckten. Zwei hatte die Rüstung aufgehalten, das dritte war durchgebrochen und auf Höhe der rechten Hüfte in dessen Fleisch eingedrungen. Michael humpelte und über den geöffneten Funkkanal hörte er den Mann angestrengt keuchen.

 

Gareth versicherte sich, dass Cha’acko vorläufig sicher war, und warf sich neben Michael in den Schlamm. Gemeinsam spähten sie über den Rand auf die anmarschierenden Sekarikrieger.

 

»Danke«, meinte Gareth schlicht.

 

Michael schnaubte abfällig. »Bild dir bloß keine Schwachheiten ein. Ich wollte mich den Flattermännern nur nicht alleine stellen. Dafür nehme ich deine Gesellschaft billigend in Kauf.«



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